UKCA statt CE - neue Regeln für den britischen Markt

Was Sie nach dem Brexit beachten müssen

von Reimer Arnhold
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Seit dem Brexit gelten neue Regeln für den britischen Markt. Foto: pexels/freestocksorg

Seit dem Brexit gelten neue Regeln für den britischen Markt. Foto: pexels/freestocksorg

Produkte, die aus der EU in das Vereinigte Königreich ausgeführt werden, müssen seit 1. Januar den britischen Vorschriften und Normen entsprechen. Eine CE-Konformitätserklärung wird damit nach der Übergangsfrist nicht mehr akzeptiert. An ihre Stelle tritt das UKCA-Label.

Bis zum 31.12.2020 war Großbritannien Mitglied im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR). Das bedeutete: für Geräte und Maschinen, die im EWR produziert und ins Vereinigte Königreich verkauft wurden, galten die gleichen, von jedem der EWR-Mitgliedsstaaten ratifizierten Normen und Richtlinien. Mit der CE-Kennzeichnung (CE= Conformité Européenne) versicherte der Hersteller den Käufern, dass die von ihm in den Verkehr gebrachten Geräte oder Maschinen in Konformität zu diesen Normen und Richtlinien konstruiert und hergestellt wurde.

Mit dem 1. Januar 2021 hat sich das geändert. Das Vereinigte Königreich ist aus dem EWR ausgetreten und Produkte, die aus der EU in das Vereinigte Königreich ausgeführt werden, müssen den britischen Vorschriften und Normen entsprechen. Eine CE-Konformitätserklärung wird damit nach der Übergangsfrist nicht mehr akzeptiert.

Großbritannien erstellt eigene Konformitätsregeln, nach denen Geräte und Maschinen konstruiert und hergestellt werden müssen, die in Großbritannien auf den Markt gebracht werden sollen. Statt der CE-Kennzeichnung müssen sie nun das neue UKCA-Label tragen.

Übergangsfrist bis 31.12.2021

UKCA steht für United Kingdom Conformity Assessed. Die UKCA-Kennzeichnung wird ab dem 1. Januar 2021 verbindlich in England, Wales und Schottland gefordert. Für die meisten Produkte gilt eine Übergangsregelung bis zum 31.12.2021. Innerhalb dieser Frist dürfen die in England, Schottland und Wales in Verkehr gebrachten Waren entweder mit „CE“ oder mit „UKCA“ gekennzeichnet werden. Es gibt aber auch Produkte, für die keine Übergangsfristen gelten. Diese können Sie bei uns anfragen, wir werden sie aber in einem anderen Artikel besprechen.

Nordirland stellt eine Ausnahme dar. Nach dem Nordirlandprotokoll gelten weiterhin die EU-Vorgaben, damit bleibt die CE-Kennzeichnung in Nordirland gültig.

Hersteller von Produkten, die zukünftig im UKCA-Bereich angeboten werden sollen, müssen zukünftig die Konformität ihrer Produkte von einer britischen Prüfstelle bescheinigen lassen.

Zurzeit hat England der Wortlaut der Richtlinien aus der EU übernommen. Folgende Liste stellt eine Entsprechung von EU-Richtlinien mit den UKCA-Richtlinien dar:

CE-KonformitätUKCA- Konformität
Maschinenrichtlinie 2006/42/EGSupply of Machinery (Safety) Regulations 2008
EMV – Richtlinie 2014/30/EUElectromagnetic Compatibility Regulations 2016
Niederspannungsrichtlinie 2014/35/EUElectrical Equipment (Safety) Regulations 2016
RED – Funkanlagenrichtlinie 2014/53/EURadio Equipment Regulations 2017
Atex-Richlinie 2014/34/EU

Equipment and Protective Systems Intended for use in Potentially Explosive Atmospheres

Regulations 2016

Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU

Pressure Equipment (Safety) Regulations 2016

Druckbehälterrichtlinie 2014/29/EU

 

Simple Pressure Vessels (Safety) Regulations 2016

 Diese Vergleichsliste bildet nur einen kleinen Teil der Entsprechungen ab. Weitere Richtlinien werden nach und nach von der britischen Regierung aus der EU übertragen.

Solange die Normen im Wortlaut nicht verändert werden, gibt es keine Probleme für die Einfuhr von Waren und Produkten mit CE-Kennzeichnung bis zum 31.12.2021 in die UKCA-Regionen, von den oben erwähnten Ausnahmen abgesehen.

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